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3Aug/117

Sync-Geschwindigkeit

Mit einem Blitz zu fotografieren unterscheidet sich leicht von der Fotografie ohne Blitz. Der entscheidende Schlüssel bei einem Foto mit Blitz ist die Kombination aus Blende, ISO und die eingestellte Stärke des Blitzes. Die eigentliche Belichtung passiert wenn der Blitz zündet, in dieser Zeit muss der Verschluss eurer Kamera mindestens für die Dauer des Blitzes offen sein.

Die Abbrenngeschwindigkeit des Blitzsystems sind recht kurz, 1/1000 einer Sekunde und schneller sind nicht unüblich. Die Belichtung entsteht während der Verschluss eurer Kamera offen ist und der Blitz zündet. Die Verschlusszeit sollte daher länger sein als die Abbrenndauer des Blitzes so das dieser für euch den Augenblick einfriert. Kurz gesagt, der Verschluss der Kamera öffnet, der Blitz feuert und anschließend schließt sich der Verschluss wieder. Die Menge des Lichts welches auf euren Sensor (oder Film) trifft wird somit von der Leistung des Blitzes und der Öffnung eurer Blende (f) bestimmt. Am Ende entscheidet der ISO Wert, wie empfindlich der Sensor (oder Film) auf diese Menge an Licht reagiert.

Stellt ihr eine schnellere Belichtungszeit in eurer Kamera ein als diese mit dem Blitz synchronisieren kann, werdet ihr nur einen Teil des Bildes erhalten. Welcher Teil des Bildes unbelichtet bleibt entscheidet die Richtung in welcher sich euer Verschluss bewegt und wie groß dieser Teil ist, wird durch die Belichtungszeit bestimmt. Stellt ihr die Belichtungszeit viel zu schnell ein, werdet ihr nur ein schwarzes Bild erhalten, ist die Auslösegeschwindigkeit nur leicht zu schnell gewählt, erhaltet ihr einen schwarzen Schatten am Bildrand. Moderne DSLR Kameras haben eine maximale Synchronisationsgeschwindigkeit. Diese variiert von Kameramodell zu Kameramodell. Schaut diese bitte in den Spezifikationen eurer Kamera nach.

Es gibt mehrere Effekte welche ihr durch Anpassungen eurer Einstellungen erzielen könnt. Längere Belichtungszeiten erlauben euch mehr Umgebungslicht einzufangen. Meistens beeinflusst dies den Hintergrund (denn die eingestellte Blende bestimmt wie euer Hauptobjekt belichtet wird). Wird eine längere Belichtungszeit gewählt wird der Hintergrund sichtbarer und erlaubt so eine ausgeprägtere Separierung eures Hauptmotivs vom Hintergrund.

Aber achtet dabei unbedingt auf die Farbtemperatur aller Lichtquellen im Umgebungslicht. Abhängig von ihrer Helligkeit kann eine längere Belichtungszeit zu unerwünschten Farbeinwürfen führen welche eventuelle die Hauttöne eurer Aufnahme verfälschen können. Die Lösung: Die Belichtungszeit verringern, aber nicht zu sehr. Auf der anderen Seite können solche Lichtquellen unter Umständen auch eine angenehme Wärme in eure Bilder bringen.

Eine schnellere Belichtungszeit bringt generell eine schärfere Aufnahme zustande, da weniger Bewegungsunschärfe während der Aufnahme entstehen kann. Außerdem isoliert sie euer Motiv vom Hintergrund, da weniger Umgebungslicht eingefangen wird.

26Jul/113

8. Freitags Workshop “Hard Rock Lighting” [Rückblick]

In diesem Workshop ging es um das Thema "Hard Rock Lighting". Wir haben eine 3 köpfige Rock-Band ins Studio eingeladen und wollten Lichtsetups und Perspektiven zeigen mit welchen man actionreiche Bilder für solch ein Thema in Szene setzen kann. Hierbei wurden primär zwei Lichtsetups gezeigt. Beim ersten Lichtsetup haben wir mittels zweier Striplights harte Lichtkanten erzeugt und das Keylight stellte die große Oktabox dar welche frontal auf die Personen gerichtet war. Das zweite Setup sollte eine Bühnen-Lichtsituation darstellen. Hierbei verwendeten wir ein Beautydisch als Keylight, eine Softbox als Filllight und einen Blitz im Hintergrund mit Barndoors und blauer Folie um etwas Farbe ins Bild zu bringen. Direkt unter dem farbigen Blitz wurde unsere neue Nebelmaschine aufgestellt.

Andreas Schott


Philip Dehm

Markus Meier

Die drei Jungs, Jannis, Nikita und Atilla brachten unmengen an Equipment mit, jeder zwei Gitarren/Bässe, wir hatten zwei komplette Schlagzeuge zur Verfügung und noch viel mehr Equipment welches wir in der Zeit leider garnicht alles verwenden konnten. Ausserdem lieferten sie nach dem anfänglichen Auftauen den kompletten Abend bis zum Ende perfekte Motive und Posen und hatten selbst nen riesen Spaß! Das hat man gemerkt. Danke an euch drei an dieser Stelle! Besser hätte es nicht laufen können!

Marco Spalluto


Prisma Septica

Markus Wochele

Thomas Reimann

Als wir mit den zwei Setups fertig waren ging es wieder in die offene Runde, hier haben wir ein weiteres Lichtsetup aufgebaut und noch einige weitere Bilder gemacht und die verschiedensten Einstellungen, Posen und Ideen ausprobiert.

Der Abend wurde natürlich mit entsprechender Rockmusik begleitet und wir denken, jeder kam aus seine Kosten. Im Anschluss natürlich noch ein Behind the Scenes Video, diesmal erstellt von Daniel Neu (Crowbar Productions) da wir lightGIANTS etwas unterbesetzt waren mussten wir dies aus der Hand geben. Vielen Dank Daniel für deine Mühen!

19Jul/1120

solidcase Lichtsetup herausfinden (Gewinnspiel)

163840 131718910222375 129127237148209 194914 7639571 n 150x150 solidcase Lichtsetup herausfinden (Gewinnspiel)Dank den Jungs von "solidcase" können wir ein Gewinnspiel für euch starten.

Das Konzept ist einfach:
Ich habe im lightGIANTS Studio ein Foto von einem solidcase aufgenommen, ihr müsst herausfinden was für ein Lichtsetup ich verwendet habe. Wie viele Blitze, welche Lichtformer, Positionen...

Der Preis

ein iPhone 4 solidcase im Wert von €98,- ... tatsächlich ist es das welches ihr auf dem Gewinnspiel-Bild seht.

Die Regeln

  • Die erste richtige Antwort gewinnt
  • Mitglieder der lightGIANTS, soldicase und Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen
  • Ihr dürft pro Tag nur 3 Tipps abgeben
  • Ihr könnt Ja/Nein Fragen stellen, diese zählen aber als Tipp
  • Wenn ihr tippt, antworte ich mit Nein, nah, sehr nah oder Gewinner
  • Jeden Tag an dem das Setup nicht erraten wurde, gebe ich einen weiteren Hinweiß
  • Der Versand ausserhalb Deutschlands muss selbst getragen werden
  • Den Versand innerhalb Deutschland tragen wir lightGIANTS
  • Wir lightGIANTS kommen nicht für eventuell entstehende Zollkosten auf, das Paket wird aber als Gewinn gekennzeichnet
  • Wir können nur Antworten in deutsch oder englisch annehmen
  • Wir wollen nicht nur die Anzahl und Position des Lichtsetups wissen, auch welche Lichtformer verwendet wurden
  • Die Skalierung der Blitze ist irrelevant, solltet ihr aber einen Tipp haben, könnt ihr diesen gerne mit abgeben
  • Die Spielleitung hat das letzte Wort und wird keine Korrespondenz eingehen

Das sind genug Regeln und denkt immer daran das es hier zum Großteil um Spass und einen tollen Preis geht... Und hier ist das Gewinnspiel-Bild:

5935314676 6e670ecc18 b 300x200 solidcase Lichtsetup herausfinden (Gewinnspiel)

click to enlarge

Ich habe eine größere Version als sonst gepostet so das ihr ein paar mehr Details des Lichtsetups sehen könnt. Und hier sind die EXIF Daten um euch für den Anfang zu helfen...

Kamera: Sony DSLR-A900
Belichtung: 0.008 sec (1/125)
Blende: f/8.0
Linse: 50 mm 2.8 macro

12Jul/110

Den Blick schärfen – Teil 2

Vor langer Zeit als ich (Scott) anfing zu fotografieren, war ich davon überzeugt, dass die Kamera mich zu einem besseren Fotografen machen würde. Als meine Leidenschaft für Fotografie zunahm, versank ich in sämtlichen Foto-Magazinen und Fachbüchern. Ich studierte die Werke von Fotografen wie William Albert Allard, Mary Ellen Mark, und Gordon Parks um mehr Einsicht zu erhalten und Informationen zu finden über ihr Kamera Equipment. Mein Fehler war zu glauben, dass ich dasselbe Equipment benötigen würde, um gute Fotos zu machen. Aber egal welche tollen Kameras und Gerätschaften ich fand, ich kam immer wieder zurück zu derselben Kamera mit denselben Objektiven (eine alte Minolta SLR mit einer handvoll Objektiven)... Warum? Weil es das war, was für mich funktionierte.
Viele Jahre später prägte Chase Jarvis den Satz: "Die beste Kamera ist die, die du bei dir hast." Es ist also nicht wichtig welchen Foto du benutzt, sondern wie du ihn benutzt. Diese besagten Objektive spielen eine sehr wichtige Rolle, aber mehr dazu in einem anderen Beitrag.

BELICHTUNG

Benutzt du eine moderne Kamera, wird diese, wenn du durch den Sucher schaust und den Auslöser halb gedrückt hälst, eine Belichtungsmessung machen (und fokussieren). Kurz, sie schaut wieviel Licht zur Verfügung steht. Dies nennt man EV (Exposure Value/Belichtungsmessung) und ist die Basis für dein Foto, beruhend auf deinen Einstellungen. Die Kamera welche ich benutze hat drei grundlegende Messarten. Da nicht jeder dieselbe Kamera hat, musst du bei deiner genau nachschauen, bzw. das Handbuch zu Rate ziehen.

4562839936 572061d45d Den Blick schärfen   Teil 2

Deine Kamera misst nur das Licht, welches es sehen kann und wird bei verschiedenen Lichtgegebenheiten evt. nicht korrekt messen. Das EV der Kamera ist also nur eine Richtlinie die irgendwo von einem Hersteller festgelegt wurde und muss nicht die richtige Messung für dein Bild sein.

4330000384 ae40c43949 Den Blick schärfen   Teil 2

Die drei Aspekte (Einstellungen) deiner Belichtung liegen alle in deiner Hand. Änderst du einen hat das nicht nur Einfluss auf dein letztendliches Bild sondern auch auf einen oder die beiden anderen Einstellungen. Ich fototgrafiere z.B. gerne im A-Modus (Aperture Priority). Ich stelle f/ (die Blende) auf die Tiefensschärfe, welche ich erzielen will. Das ISO passe ich den Lichtgegebenheiten an (das ist abhängig von der Belichtungszeit). Passe ich meine Blende an und lasse das ISO wie es ist wird meine Kamera automatisch die Belcihtungszeit ändern. Denke immer daran, dass DU das Foto machst, nicht deine Kamera.

Es gibt zwei tolle Arbeitshilfen in deiner Kamera, welche dir helfen deine Belichtungsmessung anzuschauen und anzupassen: Das Histogramm und der EV-Abgleich. Werden beide richtig benutzt, erspart dir das eine Menge Zeit wenn du die Bilder später bearbeitest.
Benutzt du das Histogramm, mag das am Anfang ins unermessliche gehen, aber es ist etwas, dass jeder Fotograf verstehen sollte um das beste Ergebnis seiner Kamera zu erhalten. Mehr dazu ein andermal.

7Jul/110

Lichtsetzung – Die ersten Schritte Teil 2

1. Großflächige oder punktuelle Lichtquelle

Je großflächiger die Lichtquelle ist, umso weicher wird das Licht. Je punktueller, umso härter. Eine großflächige Lichtquelle verringert den Schatten, reduziert den Kontrast und dämpft die Strukturoberfläche. Eine punktuelle Lichtquelle bewirkt das Gegenteil.
Dies geschieht weil das Licht bei einer großflächigen Lichtquelle dein Objekt von mehreren Seiten trifft, was dazu führt, dass die Schatten ausgefüllt werden und die ganze Szene mehr, sowie weicher beleuchtet.

pv 2011 04 29 212018 0433 w700 h467 300x200 Lichtsetzung   Die ersten Schritte Teil 2

2. Nahe oder Entfernte Lichtquelle

Je näher das Licht ist, umso weicher wird es sein. Je weiter entfernt umso härter.
Je näher du das Licht heranführst, umso größer (also großflächiger) wird es in Relation zu deinem Objekt. Ziehst du das Licht weiter weg, wird es kleiner und somit punktueller.

3. Zerstreuung

Durch Zerstreuung wird das Licht verteilt und man erhält dadurch grundsätzlich eine großflächigere und damit weichere Lichtquelle. An einem bedeckten oder nebligen Tag wird der ganze Himmel zu einer einzigen sehr großflächigen Lichtquelle - die Himmels-Softbox.
Materialien wie transparentes Plastik oder weißes Tuch zerstreuen hartes Licht. Man kann einen Streukörper oder Diffusor vor ein künstliches Licht anbringen wie z.b. ein Reflektorschirm. Oder wenn du in der grellen Sonne bist, benutze ein helles Zelt oder einen weißen Stoff um das Licht, welches auf dein Subjekt fällt, zu dämpfen.

4. Abprallendes Licht

Abprallendes Licht funktioniert wie Zerstreuung. Ziele mit einer punktuellen Lichtquelle auf eine großflächige, matte Oberfläche (wie z.B. eine Wand, die Decke oder einen matten Reflektor) und es reflektiert nicht nur das Licht sondern zerstreut es über eine weite Fläche hinweg.
Benutzt du jedoch einen glänzenden Reflektor wird das Licht punktuell abprallen. Der extremste glänzende Reflektor ist der Spiegel. Das Licht wird punktuell reflektiert. Prallt das Licht von einer farbigen Oberfläche ab, kann dies die Farbbalance, bzw. die Temepratur deines Bildes ändern.

5. Das Abstandsgesetz

Das Abstandsgesetz (im Bezug auf Fotografie) besagt "Je weiter entfernt die Lichtquelle, um so mehr nimmt das Licht ab". Es wird also im Bezug auf dein Subjekt schwächer.
Die Regel sagt, dass das Licht abnimmt im Quadrat zu der Distanz. Das hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Wenn du das Licht doppelt so weit von deinem Subjekt entfernst, hast du am Ende nur noch ein Viertel des Lichts auf deinem Subjekt.
In anderen Worten: das Licht wird schwächer wenn du es entfernst. Bedenke, dass hier auch das abprallende Licht (auch in einen glänzenden Reflektor) dazuzählt. Licht wandert.

5186954842 10feab4526 o 300x199 Lichtsetzung   Die ersten Schritte Teil 2

6. Lichtfall

Du kannst deine Lichtquellen benutzen um den Bezug zwischen deinem Objekt und dem Hintergrund zu variieren. Wenn du das Licht nah an dein Objekt heranbringst, wird der Lichtfall auf den Hintergrund betonter. Ist das Licht weiter weg vom Objektjekt wird der Hintergrund relativ heller sein weil mehr Licht sich vom Subjekt auf den Hintergrund verteilt.
Dasselbe gilt für Seitenbelichtung. Ist eine Lichtquelle nahe an der Seite deines Objekts wird der Lichtfall über das Bild betonter sein wie wenn es weiter entfernt ist.

7. Frontales Licht

Frontales Licht schwächt die Strukturoberfläche. Licht von der Seite, von oben oder unten betont diese. Ein Portrait-Fotograf möchte die Lichtquelle nahe an der Linie des Objektivs beibehalten um Hautfalten zu dämpfen, während ein Landschaftsfotograf eher Seitenlicht bevorzugt um die Oberfläche von Steinen, Sand und Laub hervorzuheben. Generell ist mehr Oberflächenstruktur sichtbar je höher Winkel des Lichteinfalls auf das Objekt ist

8. Schatten

Schatten bringen Tiefe und Volumen in das Bild. Licht von der Seite, oben oder unten werfen tiefe und lange Schatten welche Volumen geben. Stilleben-, Produkt- und Landschaftsfotografen benutzen aus diesem Grund abgewinkelte Lichtquellen.
Positionier ein Licht hoch über deinem Objekt und leicht an der Seite und nach unten abgewinkelt. aber nicht so stark, dass der Schatten der Nase zu sehr auf der oberen Lippe zu sehen ist.

9. Gegenlicht

Gegenlicht kann man als eine stark zerstreute Lichtquelle benutzen. Eine Person, welche mit ihrem Rücken zu einem hellen Fenster steht, wird mit reflektierendem Licht von einer gegenüberliegenden Wand beleuchtet. Jemand der draußen mit dem Rücken zur hellen Sonne steht wird durch das Licht des Himmels von vorne beleuchtet. Wenn man eine helle Lichtquelle im Hintergrund benutzt und den Lichtfall dessen auf das Objekt reflektiert, wird man die Oberflächestruktur des Gesichts schwächen.

10. Farbe

Licht besitzt Farbe, obwohl es "weiß" aussieht. Dies nennt man Farbtemperatur und unser Gehirn kann diesen Eindruck sehr gut anpassen, so dass wie es kaum wahrnehmen.
Digitale und Analoge Kameras können jedoch Lichtfärbungen aufnehmen, die unser Auge nicht gesehen hat. Die Farbe des frühen Morgens oder des späten Nachmittags sind warm wohingegen die Mittagssonne bläulich sein kann.
Klare Glühbirnen werfen ein gelbliches Licht. Und jede Oberfläche von der dieses Licht abprallt fügt seine eigene Farbe hinzu. Mit einer digitalen Kamera kann man den Weißabgleich einstelen um die Lichtfärbung zu ändern oder um diese zu betonen wie zum Beispiel bei einer Landschaft oder einem Portrait eine wärmere Lichttönung zu geben.

5228782059 a54f75274b z 200x300 Lichtsetzung   Die ersten Schritte Teil 2Tips umsetzen

Wenn du einmal im Studio fotografiert hast, ergeben diese Tips viel mehr Sinn. Was viele Leute nicht verstehen wenn sie das erste mal im Studio sind ist...

 

Der Studio-Blitz hat normalerweise zwei Lampen. Ein Einstellicht und die Lampe für den eigentlichen Blitz. Diese Lampen können unterschiedliche Farbtemperaturen haben. Wenn du dein Licht positionierst, zeigen dir die Einstellampen den Lichtfall. Du wirst die Schatten sehen und eine Eindruck bekommen wie hart oder weich dein Licht ist. Wenn du allerdings blitzt, kann es sein, dass die Farbtemperatur anders ist als das, was du vorher gesehen hast.
Haben deine Fotos eine komische Lichtfärbung, kann es sein, dass du deine Kamera auf "Automatischen Weißabgleich" (AWB) gestellt hast. Deine Kamera hat den Weißabgleuch des Einstellichts gemessen, welches viel wärmer ist als der Blitz.

25Jun/110

7. lightGIANTS Freitags Workshop “Beauty-Dish gg. Soft-Box″ [Rückblick]

Während des "Studio 101" Workshops kam häufig das Thema der verschiedenen Lichtformer auf. Daher haben wir uns entschieden, einen Workshop auf der Idee “Beauty-Dish gegen Soft-Box″. Das Konzept war einfach: Wir haben eine große Softbox im 45° Winkel zum Model aufgestellt und haben einige Fotos gemacht. Nach dem jeder seine Bilder gemacht hatte, haben wir die Softbox gegen einen weissen Beauty-Dish getauscht, danach gegen einen silbernen und zum Abschluss gegen einen silbernen Beauty-Dish mit  Wabengitter.

lightGIANTSSmall 3 105 200x300 7. lightGIANTS Freitags Workshop “Beauty Dish gg. Soft Box″ [Rückblick]lightGIANTSSmall 102 300x200 7. lightGIANTS Freitags Workshop “Beauty Dish gg. Soft Box″ [Rückblick]

Caroline, eine Schneiderin aus der Gegend, hat als Model ihre tollen Kleider, die sie in Handarbeit der Tudorperiode nachempfunden hat. Ein besonderer Dank noch mal für die fantasische Arbeit und die tollen Kleider.

Silke


Laura

Thorsten

Nachdem alle die verschiedenen Lichtformer ausprobiert haben und wir die Unterschiede besprochen hatten, war es Zeit, ordentlich mit dem Shooting loszulegen. Wir haben wieder das "Pseudo-Ring-Licht" aufgebaut und innerhalb etwa einer Stunde ein paar fantastische Fotos produziert.

Matthias


Scott Lewis
Markus Wochele

Da wir die Lichter nicht viel bewegt haben, gibt es auf der Diagrammseite nicht allzuviel zu zeigen. Wir wollten ja auch nur den Einfluss unterschiedlicher Lichtformer ausprobieren und vergleichen.

Und zu guter letzt natürlich wie immer ein Behind the Scenes Video und das obligatorische Gruppenbild.

caroline 33 w700 h467 300x200 7. lightGIANTS Freitags Workshop “Beauty Dish gg. Soft Box″ [Rückblick]

15Jun/111

Lichtsetzung – Die ersten Schritte Teil 1

In den letzten Wochen hatten wir eine Menge mit Studiogästen und Interessierten zu tun, die etwas mehr über Beleuchtung wissen wollten. Wenn man die Kontrolle über die Beleuchtung übernimmt, hat man wesentlich mehr Einfluss auf das finale Bild, es ist jedoch nicht ganz einfach zu verstehen. Es gibt nicht einen einzigen Weg, das Licht richtig zu setzen, sondern es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen. Alle Möglichkeiten biete eine andere/ eigene Art von Belichtungseffekt. Das Set-up, das gewählt werden sollte, ist abhängig vom Objekt (Modell, Gegenstände), welches in Szene gesetzt werden soll, sowie dem Ergebnis, welches man erzielen will. Je mehr sich das Wissen, die Erfahrung und das Equipment verbessert, desto komplexere Beleuchtungs-Set-ups können angewendet werden.

Die Folgenden Set-ups zeigen die grundlegenden Vorgehensweisen auf; sollten aber nicht als perfekte Set-ups betrachtet werden, sondern eher als Set-up, welche leicht nachgestellt und anschließend erweitert und angepasste sowie optimiert werden können. Dies kann man entweder hier im Studio vornehmen oder mit den eigenen Blitzen ausprobieren. Wir gehen hier bewusst nicht auf die Verwendung von Lichtformern (wie Soft-Boxen, Regenschirme, etc.) ein, da es viel zu viel für dieses Thema wäre. Dies werden wir jedoch in Zukunft genauer betrachtet und beschreiben. Es sollte ebenfalls beachtet werden, dass auch die Höhe der Lichter beim Einrichten eines Set-ups eine sehr wichtige Rolle spielt.

Set-up mit einem Licht

Ein Set-up mit nur einem Licht ist ideal für einfache Fotoshootings und Fotografen, die bisher noch nicht über viel Belichtungsequipment verfügen. Die Kamera wird direkt vor dem Objekt aufgestellt, mit einem einzigen Licht dicht an der Seite vom Fotografen. Das Licht wird direkt auf das Motiv ausgerichtet. Da ein einzelnes Licht dazu neigt, viele Schatten zu erzeugen, sollte ein weißer Reflektor auf der gegenüberliegenden Seite – außerhalb des Bildes – platziert werden. Wenn kein Reflektor vorhanden ist, können auch andere Gegenstände (bspw. Papier, Pinnwand, Styropor oder auch einfach eine Wand) mit weißer Oberfläche verwendet werden. Es ist ein sehr einfacher und günstiger Weg für den Einstieg und kann bei richtiger Anwendung zu gefühlsbetonten Ergebnissen führen.

 1 150x150 Lichtsetzung   Die ersten Schritte Teil 1 2 150x150 Lichtsetzung   Die ersten Schritte Teil 1

Set-up mit zwei Lichtern

Die einfachste Studiobeleuchtung wird mit zwei Standard-Blitzen eingerichtet. Das erste der beiden Lichter (Schlüssel-Licht/Key-Light genannt) wird vor dem Objekt (zwischen dem Motiv und der Kamera) leicht seitlich versetzt eingerichtet. Das Licht sollte direkt mit „Blick“ auf das Objekt ausgerichtet werden. Da ein derartiges Licht eher hart ist, sollte es mit einer Softbox oder einem Schirm abgeschwächt werden. Das zweite Licht wird hinter und ein wenig oberhalb des Objektes (außerhalb des Bildes) platziert. Dieses Licht wird Haar- (Hair-) oder Rand-Licht (Rimlight) genannt, da es einen weichen Lichtkranz um das Objekt erstellt. Hinweis: Das Haar-Licht benötigt mehr Leistung als das Schlüssel-Licht (Key-Light), damit der gewünschte Lichtkranz-Effekt (Rimlight) entstehen kann.

Bei einem weiteren einfachen Set-up mit zwei Lichtern, werden beide Lichter vor dem Objekt (links und rechts) in gleicher Position platziert. Aus dem Mittelpunkt beider Lichter wird anschließend das Objekt fotografiert. Eines der Lichter wird mit höherer Leistung als das andere verwendet. Das Licht mit mehr Leistung ist das Schlüssel-Licht (Keylight), das mit der schwächeren Leistung ist das Füll-Licht (Fill-Light). Werden beide Lichter mit gleicher Leistung betrieben, ergibt dies ein sehr flaues, glanzloses Licht.

Beim dritten einfachen Set-up, werden beide Lichter auf einer Seite platziert, dies liefert ein eher dramatisches Licht. Es werden beide Lichter entweder links oder rechts platziert neben dem Fotografen platziert, das Licht, welches vom Fotografen am weitesten entfernt ist, ist das Schlüssel-Licht (Keylight), das andere ist das Füll-Licht (Fill-Light). Mit diesem Set-up werden sehr einfach coole Effekte ermöglicht.

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Set-up mit drei Lichtern

Ein einfaches Set-up mit drei Lichtern ist eine Kombination aus dem „Set-up mit zwei Lichtern“. Es wird jeweils ein Licht links und rechts neben der Kamera platziert. Eines der beiden Lichter wird als Schlüssel-Licht (Keylight) eingerichtet, das andere als Füll-Licht (Fill-Light). Das dritte Licht wird als Haar-Licht (Hair-Light) platziert und eingerichtet.

Durch die Umkehrung dieses Set-ups wird ein gänzlich anderes Ergebnis erzielt. Das Schlüssel-Licht (Keylight) wird seitlich neben der Kamera platziert, die beiden weiteren Lichter werden hinter dem Objekt links und rechts als Haar-Licht (Hair-Light) eingerichtet.

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Clamshell Set-up

Das Clamshell Set-up bietet das weichste Licht und eignet sich ideal für Beauty-Shots. Die Kamera sollte gerade zum Objekt platziert werden (auf Augenhöhe, wenn ein Modell oder direkt geradeaus, wenn ein Gegenstand verwendet wird). Das hellste Licht sollte oberhalb der Kamera mit leichter Neigung nach unten – so dass direkt das Objekt anvisiert wird – platziert und ausgerichtet werden. Das kleinere Licht sollte unterhalb der Kamera mit leichter Neigung nach oben – so dass direkt das Objekt anvisiert wird – platziert und ausgerichtet werden. Der Fotograf erstellt das Bild direkt zwischen beiden Lichtern, so dass „Muschelform“ um die Kamera entsteht.

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Das Schlüssel-Licht (Key Light)

Das Schlüssel-Licht wird auch als Haupt-Licht bezeichnet und ist in der Regel zu einer Seite des Objektes – zwischen 30 und 60 Grad geneigt zum Mittelpunkt – und etwas oberhalb der Augenhöhe platziert und ausgerichtet. Das Schlüssel-Licht ist das hellste Licht im Belichtungsplan.

Das Füll-Licht (Fill Light)

Das Füll-Licht wird gegenüber dem Schlüssel-Licht platziert. Es füllt das Licht auf oder schwächt die Schatten auf der gegenüber liegende Seites das Objektes (beim Modell die entsprechende Gesichtshälfte) ab. Die Helligkeit des Füll-Lichtes bewegt sich in der Regel zwischen 1/3 und 1/4 des Schlüssel-Lichts.

Das Haar-Licht (Hair Light)

Das Haar-Licht wird auch als Rand-Licht bezeichnet und wird hinter dem Objekt – außerhalb des Bildes – und oftmals höher als das Schlüssel- und Füll-Licht platziert. Der Zweck des Haar-Lichtes ist, eine Trennung vom Hintergrund durch Hervorhebung des Objektes (Schultern und Haare) zu erzielen. Das Haar-Licht sollte gerade so hell sein, dass diese Trennung erzielt wird, jedoch nicht heller als das Schlüssel-Licht.

Der Kicker

Der Kicker wird aus als Druckknopf bezeichnet. Der Kicker ist normalerweise ein kleines Licht, oft mit einem Tubus oder Scheunentor genutzt, um seine Reichweite zu begrenzen. Es wird hauptsächlich verwendet, um einen Hauch von „Pop“ hinzufügen, um feine Details oder feinen Schatten zu erzeugen. Die Platzierung und Helligkeit eines Kickers ist eine Frage des Geschmacks und der Technik. Manchmal wird das Haar-Licht nur an die Seite des Füll-Lichts gesetzt. Dies fügt Kantendetails zur Schattenseite des Gesichts des Modells hinzu. Dies hat zudem den Effekt eines Kickers, wobei hier nur die Lichter einer Basis Drei-Punkt-Beleuchtung verwendet werden.

Hintergrund-Licht

Das Hintergrund-Licht ist nicht so der Bestandteil eines Portrait-Beleuchtungsplans, es wird eher eingesetzt, um den Hintergrund des Motivs zu beleuchten. Hintergrund-Lichter können einzelne Details hervorheben, einen Lichtkranz durch die Beleuchtung eines Teils der Kulisse hinter dem Kopf des Modells erzeugen oder lässt den Hintergrund, durch eine entsprechende Ausleuchtung, weiß werden.

8Jun/113

NM040 – 400 Watt Nebelmaschine [Testbericht]

Vor ungefähr 12 Monaten sprach ich (Scott) mit Kat Bradshaw von Kat Bradshaw Photography. Sie sprach über ihre Nebelmaschine, welche ein Freund ausleihen wolle. Aus Spaß fragte ich sie, ob ich mir die Nebelmaschine auch mal borgen dürfe, und so großartig wie sie ist, sagte sie zu, jedoch würde das Porto von Nashville, Tennessee nach Karlsruhe schmerzhaft teuer sein.  icon smile NM040   400 Watt Nebelmaschine [Testbericht]

Es ist noch nicht so lange her, da fand ein "The walking dead" Workshop statt und wir dachten es wäre eine gute Möglichkeit eine Nebelmaschine für das Shooting zu benutzen. Ich fragte m-arx ob er eine organisieren könne, da er "jemand kennt". Die Maschine war klasse, aber viel zu stark für unser Studio. Und so schaute ich mich um was eBay zu bieten hatte.

Das beste Angebot eines seriösen Händlers war eine NM040 - 400 Nebelmaschine mit 5 Litern Flüssigkeit.

Leistung:
400W
Heizzeit: ca. 7 min
Sprühweite: ca. 6 m
Flüssigkeitskapazität: 0.75l
Max. Sprühzeit: 40-50 sec
Maße: (BxLxH) 132 x 242 x 102 mm
Nebel Kapazität: 57m³/min
Mit in der Lieferung enthalten: 1x 400W Nebelmaschine, 1x 5M Auslöser und Kabel, 1x 5l Rauch-Flüssigkeit
Preis: 40€ plus 6,50€ Porto

Angaben des Herstellers

Die NM040 bietet einen günstigen Start in das professionelle Arbeiten mit Nebelmaschinen. Im Gegensatz zu den anderen, robusten Nebelmaschinen ist das Gewicht dieser sehr gering.
Durch die Halterung kann das Gerät nicht nur am Boden verwendet werden, sondern teils auch schwebend. Dank der analogen Technologie ist das Gerät einfach zu benutzen. Die eingebauten Komponenten wurden wegen ihrer Strapazierfähigkeit ausgewählt, sind also hochbelastbar.

Mein Eindruck

Als erstes dachte ich "OHHHH NEIN! Was habe ich da gekauft? Es ist so klein. Schafft das Teil das?". Ich habe es mit ins Studio genommen, ein bisschen getestet und war sehr skeptisch (in dem Moment dachte ich wo ist die Rechnung, damit ich es zurück schicken kann?). Aber bevor ich dabei war es zurückzuschicken, machte ich einen richtigen Testdurchlauf mit dem Gerät (so hatte ich etwas zum bloggen). Und ich bin froh, daß ich das getan habe...

Ich kontaktierte Sandra J.K und fragte ob sie Model sein wolle als "Rocker Girl", damit ich die Nebelmaschine bei einem Studio-Shooting testen könne. Ich probierte die Maschine mit verschiedenen Sprühzeiten und bei verschiedenen Höhen aus. Nach ein paar Versuchen fand ich heraus, was für mich funktionierte. Ich brachte die NM040 auf einem 2,5m hohen Lichtständer an und platzierte sie rechts oben neben einem 400w Bowens Gemini Monoblock (installiert mit Hilfe der Türrahmen und mit einem blauen Gel Filter). Ich benutzte einen roten Hintergrund. Der daraus resultierende Farbkontrast war fantastisch. In dem Moment kam ich richtig gut ins Shooting rein und hatte eine tolle Zeit.

Fazit

Für den Preis ist die Maschine ein tolles Accessoire für das Studio, aber man muss ihre Bedienung und ihre Grenzen kennen. Die Nebelmaschine muss hoch platziert werden, damit der Rauch in das Bild hineinfallen kann. Wenn man außerdem ein Colour Gel im Kontrast zu dem Hintergrund benutzt, erhält man Ergebnisse mit einem "Wow-Effekt".

Grundlagen der Nebelmaschine

Die meisten Nebelmaschinen benutzen eine auf Glycol basierende Flüssigkeit, welche in eine Heizkammer gepumpt wird. Die gängigen Komponenten sind eine Magnetpumpe um die Flüssigkeit hinein zu drücken, ein mit Fiberglas ummantelter Heizblock welcher auf einem Aluminiumplatten-Sandwich basiert, ein Heizelement und ein langes Stück Kupfer-Kapillare welche schlangenartig zwischen den Heizplatten liegen. Bei manchen Stücken ist der Heizer röhrenförmig und die Kapillare herumgewickelt, aber der Effekt ist derselbe.

Beim Einschalten wird das Gerät keine Flüssigkeit in den Heizblock pumpen bevor dieser nicht die richtige Temperatur erreicht hat. Wobei die Pumpe laufen kann und die Flüssigkeit in den Block einspritzen kann. Passiert dies, verdampft die Flüssigkeit sehr schnell und das Resultat ist eine Erhöhung des Drucks, welcher nicht nur einen sehr heißen Dampf erzeugt, sondern auch diesen Dampf aus der Front der Maschine durch die Ausgangsöffnung drückt, welches ganz einfach das Ende der Kapillaren Rohre sein kann, daß heraussticht oder in manchen Fällen ein stecknadelgroße Öffnung damit der innere Druck beibehalten werden kann.
Der daraus resultierende dichte Dampf verlässt die Maschine und in Kontakt mit der kalten Luft entsteht eine dichte Wolke welche dem echte Nebel sehr nahekommt.

6Jun/111

Models sind auch Menschen!

Bei unseren Fotoshootings sind die meisten unserer Models ganz normale Leute, die selbstverständlich nicht über die Erfahrung eines Topmodels verfügen, daß Tausende von Dollars am Tag verdient. Genau aus diesem Grund ist das richtige Zusammenspiel mit einem Model sehr wichtig. Der Schlüssel zu einem gut geschossenen Foto liegt somit darin, es aussehen zu lassen, als wäre es nicht gestellt.

Dies zu erzielen, liegt natürlich hauptsächlich in den Händen des Models, das fähig ist im richtigen Moment die richtige Pose und Mimik abzurufen. Aber auch von Seiten des Fotografen gibt es einige Techniken, die dazu beitragen, daß das Foto nicht gestellt wirkt. Indem man sich diese Techniken zu Eigen macht, kann man das Model zu einer natürlichen Pose und Mimik verhelfen.

5497074380 c31496bdfd z Models sind auch Menschen!

Zusammenspiel mit dem Model

  • Der Fotograf muss den richtigen Umgang mit einem Model erst einmal erlernen. Es gibt nichts, was ein Fotoshooting mehr ruinieren kann, als ein Fotograf und ein Model, die sich nicht verstehen und interagieren können. Unterhalte Dich daher im Vorfeld mit Deinem Model und gib ihm zu verstehen, auf was es im Fotoshooting ankommt. Schon mit ein wenig Smalltalk kann man erzielen, dass sich das Model in der Studioatmosphäre wohler fühlt.

Planung und Wahl der Beleuchtung

  • Mach Dir im Vorfeld Gedanken über verschiedene Einsatzmöglichkeiten von Lichtquellen. Während professionelle Models es gewohnt sind in allen Umgebungen zu posen, kann ein unerfahrenes Model durch harte und zu direkte Lichtquellen irritiert werden. Außerdem kann ein Fotoshooting durch zu starkes und warmes Licht schnell unerträglich und das Model dadurch nachlässig in seinen Posen werden. Eine gute Planung von Seiten des Fotografen im Vorfeld, ist hilfreich, um die Zeit in solchen unangenehmen Situationen zu verkürzen. Je besser sich der Fotograf vorbereitet, umso schneller kommt er zu den gewünschten Bildern, was wiederum für das Model eine kürzere Zeit im warmen Studiolicht bedeutet.

Set und weiterer Aufbau

  • Wenn möglich passe das Set an Dein Model an. Sofern kein bestimmter Hintergrund, Requisite oder Kleidung für ein Fotoshooting gewünscht ist , sollte sich der Fotograf bei der Wahl der Kleider und der Requisiten mit dem Model absprechen, damit sich das Model darin wohl fühlt. Wenn man in unangenehmen Locations shooten muss, dann vergewissere Dich, daß du Dein Model konstant ermutigst, daß es durch hält bis du das richtige Bild hast. Wenn notwendig mache lieber mehrere Pausen, v.a. wenn man in einer kalten, nassen Umgebung fotografiert oder unter besonders schwierigen Umständen.

Freunde und Familie

  • Stell Dir vor, daß von Dir erwartet wird, alleine vor Leuten die Du nicht kennst zu modeln. Dies fällt nicht jedem leicht, daher wird sich ein unerfahrenes Model wahrscheinlich wohler fühlen, wenn es von dem besten Freund/Freundin oder einem Familienmitglied begleitet wird. Allerdings kann dies auch kontraproduktiv sein, z.B. kann ein überbeschützender Partner ziemlich eifersüchtig werden, wenn das Model dem Fotografen heiße Blicke zuwirft. Ich empfehle daher immer den besten Freund/Freundin oder ein Geschwisterteil mitzubringen, da diese das Model besonders gut kennen und auch ein paar Tipps für das Model haben, wie es sich richtig in Szene setzen kann.

Grenzen und persönlicher Kontakt

  • Man weiß ja nie was alles passieren kann. Aus diesem Grund solltest du Dich absichern und die ganze Zeit während des Fotoshootings eine körperliche Distanz zum Model halten. Fotografiere nie ohne einen Modelvertrag. Vermeide jeden körperlichen Kontakt mit dem Model, der irritierend sein könnte. Bitte immer Deinen Assistenten oder die Begleitung des Models um Hilfe, wenn es z.B. darum geht „die Haare aus dem Gesicht zu streichen“, „das Kleid zurecht zu rücken“, „die BH-Träger zu verstecken“ etc.. Bei minderjährigen Models ist es verpflichtend, daß entweder die Eltern oder Erziehungsberechtigten beim Fotoshooting anwesend sind.

Verträge und gegenseitiger Respekt

  • Schließe immer einen Modelvertrag ab. Kein Vertrag – kein Fotoshooting. Der Vertrag dient dazu sowohl das Model als auch den Fotografen vor jedmöglichen Missverständnissen zu schützen. Der Vertrag sollte folgende Punkte abdecken: die Art des Fotoshootings, den Ort, die Bezahlung, wer über die Bildrechte verfügt, wie und wo diese veröffentlicht werden (Web, Print etc.), ob das Model mit Namen genannt werden möchte oder unter einen Pseudonym, und so weiter. Es kann sein, daß Du das Bild Deines Lebens geschossen hast - wenn das Model es aber nicht mag und es nicht veröffentlicht haben möchte, sollte man dies respektieren (so hart und unlogisch einem dies als Fotografen auch manchmal erscheinen mag).

5229378262 d9552efa2d z Models sind auch Menschen!

Abschließend noch ein paar Fakten, die man im Hinterkopf behalten sollte. Es gibt grundsätzlich 3 Verhaltensarten einer Person, sobald die Kamera auf sie gerichtet ist. Diese Erkenntnis bezieht sich nicht aus irgendeiner hochoffiziellen Studie, sondern entspricht dem was ich in meiner langjährigen Erfahrung als Fotograf an Menschenkenntnis gesammelt habe und sollte daher nicht so streng genommen werden:

1. Der Exhibitionist: Dieser Typus Model steht gerne im Mittelpunkt aller Personen um ihn herum. Insofern besteht keine Schwierigkeit darin, ihn zum posen und agieren zu animieren, allerdings kann dem Fotografen einiges dabei abverlangt werden. Häufig lässt sich so jemand gerne von außen ablenken, verfügt aber auch über eine gute Auffassungsgabe um Vorschläge von anderen umzusetzen und ist häufig zu „fast“ allem bereit. In diesem Fall sind Kommentare des Fotografen wie „Ah, das ist so sexy…“ und „Zeig mir mehr, gib mir mehr…“ willkommen, allerdings sollte man es als Fotograf auch nicht übertreiben, sondern immer noch etwas Spielraum für mehr Action lassen. Manchmal besteht die größte Schwierigkeit darin, das Model am Ausziehen zu hindern.

2. Der Introvertierte: Nicht selten steht diese Typus Model einfach nur da wie ein erschrecktes Reh im Scheinwerferlicht eines Autos. Allerdings wäre man überrascht zu beobachten, wie viele Personen tatsächlich zum „Reh im Scheinwerferlicht“ werden, sobald der Fokus auf sie gerichtet ist. Bei diesen Models hilft sogar nicht mal die Holzhammermethode, um sie aus der Reserve zu locken. Aus diesen Grund sorgen wir dafür, daß unser Studio-Kühlschrank vor jedem Fotoshooting mit Bier aufgefüllt wird – nicht für das Model, aber für unsere Nerven. icon wink Models sind auch Menschen!

3. Der Ambitionierte: Er/sie fängt schüchtern an zu posieren und scheint im ersten Moment eher zurückhaltend, aber mit genügend Ermutigungen wird er/sie aus sich heraus gehen. Der Ambitionierte ist in Wirklichkeit vielleicht sogar ein Introvertierter in dem sich das Wesen eines Exhibitionisten versteckt. Ein Fotoshooting mit diesem Typus Model lohnt sich für einen Fotografen am meisten, da man die ganze Zeit über eine große Auswahl toller Fotos erzielt.

20Mai/110

50er Retro Shooting

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Zugegeben, das Shooting liegt schon ein paar Tage zurück, doch nun ist es an der Zeit, meine Erfahrungen mit euch zu teilen.

Die Idee eines Retro-Shootings hatte ich (Markus) schon seit langem, doch manchmal ist es ganz gut, wenn die Sache etwas reifen kann. Dies hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen kann man die Ideen erweitern und auch vieles reflektieren lassen. Ihr kennt das sicherlich selbst. Anfangs findet man manches richtig toll und kaum legt man es ein paar Tage, Wochen oder gar Monate weg, betrachtet man es anschließend aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Über die Model-Kartei suchte ich ein passendes Modell und bin auf Regina aufmerksam geworden. Nach kurzer Kontaktaufnahme stand schon der erste Termin für ein Treffen fest. Wir verabredeten uns zu einer Vorbesprechung und hatten uns in lockerer Atmosphäre über unsere Vorstellungen unterhalten. Vorab hatte ich mich im Internet rund um den 50er Jahre Stil erkundigt und einige typische Besonderheiten dieser Zeit notiert, unter anderem:

  • Enge wadenlange Röcke
  • Weite Röcke mit Petticoat
  • Punkte auf Stoff
  • Balerinas
  • Schuhe mit hohen spitzen Absätzen

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pv retro setup 2 50er Retro Shooting

Dann noch:

  • Kirschrote Lippen
  • Hochfrisuren bei Frauen
  • Pferdeschwanz
  • Schleifchen
  • Knopfohrringe
  • Große Sonnenbrille
  • Blume im Haar

Natürlich sollte neben der Kleidung und den Accessoires auch das Make-up passen:

  • Make-up eher dezent, abgesehen von Lidstrich und Lippenstift

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pv retro setup 1 50er Retro Shooting

Als Lichtquelle hatte ich sehr oft (beinahe bei jeder Aufnahme) immer einen Beauty Dish im Einsatz. Je nach Hintergrund und Bildgestaltung nutzte ich noch andere Lichtformer.

Es war wirklich ein geniales Shooting, und hat sowohl dem Modell als auch mir sehr viel Spaß bereitet! Nach drei verschiedenen Outfits waren alle gewünschten Bilder im Kasten. icon smile 50er Retro Shooting

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pv retro setup 3 50er Retro Shooting

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Blogartikel ein paar Anregungen geben, manchmal helfen einem - oder zumindest mir - oft schon ein paar Stichworte, um die eigenen Ideen aufs Papier zu bringen.

- Markus (photovitality)