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17Jan/122

Review: Gemini 200 und 400

Als wir uns anfangs ein Blitzsystem für das Studio suchten, diskutierten wir die folgenden Punkte:

  • Was wollen wir?
  • Was brauchen wir?
  • Wie viel Geld können wir ausgeben?
  • Welche Erfahrungen hatten wir schon mit unterschiedlichen Systemen in anderen Studios?
  • Welche Lichtformer stehen zur Verfügung und welche wollen wir zukünftig nutzen?

Wir alle waren zuvor schon in verschiedenen Mietstudios, die mit vielen unterschiedlichen Marken ausgestattet waren. Wir hatten dadurch alle eine genaue Vorstellung in welche Richtung wir gehen wollten. Keiner von uns wollte billige "No Name"- oder "Made In China"-Systeme aus Qualitätsgründen und Problemen mit dem Weißabgleich. Es war auch klar, dass die meisten Billig-Systeme mit einem Bowens kompatiblen Bajonett hergestellt werden (wir hatten bereits verschiedene Lichtformer mit einem Bowens Bajonett). Obwohl "Alien Bees" zuerst ganz oben auf unserer Liste stand, entschieden wir uns gegen diese, wegen der geringen Verfügbarkeit, Energieproblemen und der Verfügbarkeit an Lichtformern (zu der Zeit in der EU). Es war schnell klar, für welche Marke wir uns entscheiden würden, da es nur ein paar wenige, qualitativ hochwertige Hersteller gab, die es in unsere Auswahl schafften. Aber nur einer bot gute Qualität zu einem guten Preis an.

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Bowen 400/400 twin-head starter flash kit

Das Bowens 400/400 twin-head starter flash kit wird mit demselben hohen Standard hergestellt wie das professionelle Equipment von Bowens. Es bietet eine robust hergestellte Qualität, ist für einfache Bedienung konzipiert und bietet stetig zuverlässige Resultate. Es kann die Grundlage eines wachsenden Studiosystems sein, ist aber auch durch seine Transportfähigkeit und Vielseitigkeit mit einer Batterie-Option sehr gut für Shootings im Freien geeignet. Für sein Geld bekommt man zwei kompakte, aber starke, Gemini 400 Blitzköpfe, zwei Aluminium 120° Reflektoren mit Schirmanschlüssen, zwei robuste Metallständer, zwei Anschlusskabel, ein Kamera Sync Kabel und zwei 90cm Schirme in Silber und Weiß mit einem abnehmbaren Cover. Das Cover kann entweder als Reflektor oder Streukörper genutzt werden. Die Ausrüstung ist in einer schwarzen Reisetasche untergebracht und wiegt mit Inhalt ca. 12,5 kg. Wir bestellten zweimal das Bowens 400/400 twin-head starter flash kit mit 4x 400W als Anfangsgrundlage. So konnten wir bei Bedarf Blitze mit höherer oder niedrigerer Wattzahl ergänzen. In den letzten 12 Monaten haben uns diese Blitze einen guten Dienst erwiesen. Wir wurden bei unserer Arbeit durch den kleinen Blitzkopf der beeindruckende Blitz- und Ladezeiten bietet nicht eingeschränkt. Mit dem einzigen Einstellrad kann das Licht in 5 Blendenstufen stufenlos geregelt werden. Auch die proportionale 250Watt Einstelllampe wird damit kontrolliert. Oder man kann einfach einen Schalter drücken für die Einstelllampe und diese 100% benutzen, oder gar nicht. Kein kompliziertes digitales Menü - "Einfach" ist hier das Schlüsselwort. Das Gemini ist ein plug-and-go System, welches den Ansprüchen von Profis oder Anfängern entspricht. Das Hauptproblem welches ich mit den "No Name" oder "Made In China" Studioblitzen habe ist:

  • Qualität: Die Qualität lässt zu wünschen übrig. Es werden viele Blitze so schnell wie möglich herausgebracht, und sie hoffen, die Käufer diese nicht zurückgeben.
  • Weißabgleich: Haben Blitzköpfe verschiedene oder unterschiedliche Farbtemperaturen sehen die Bilder komisch aus und man muss viel Zeit mit der Nachbearbeitung verbringen.

Das Gemini-Angebot bietet Konsistenz, Zuverlässsigkeit und Qualität um hervorragende Resultate in jedweder Umgebung zu erhalten. Eine extra Option ist das Batterie-Pack, welches ermöglicht, die Gemini Blitze mobil zu benutzen. Noch haben wir keines, aber wer weiß was uns die Zukunft bringt. Kürzlich haben wir zwei 200W Gemini-Blitzköpfe im lightGIANTS-Studio hinzugefügt. Dies gibt uns mehr Kontrolle über die Licht Set-Ups und Tiefenschärfe im Studio. Ich hoffe wir können in Zukunft noch weitere hinzufügen.

Technische Daten im Überblick:

Gemini 200 Gemini 400
Leistung 200Ws 400Ws
Leitzahl (m/100 ISO) 54 76
Aufladezeit (Voll) 0.7 Seks 1.2 Seks
Blitzdauer bis t=0,5 1/1200 Sek 1/1000 Sek
Leistungs-Regelung 5 stops, 6Ws - 200Ws 5 stops, 12Ws - 400Ws
Stufenlose Leistungseinstellung Ja Ja
Von Benutzer austauschbaren Blitzröhren BW2032 UV, BW2030 klar BW2032 UV, BW2030 Klar
Empfohlene Einstelllampe 250W Halostar 250W Halostar
Einstelllampeneinstellungen Voll, Proportional, Aus Voll, Proportional, Aus
Farbtemperatur (+/- 300°K) 5600K 5600K
Spannungsstabilisierung bis 1% to 1%
Lamp Saver Ja Ja
Auto Dump Ja Ja
Auslösersperre Ja Ja
Bereitschaftsanzeige bei 100% Aufladung bei 100% Aufladung
Bereitschafts-Tonsignal Ja Ja
Reflektor Mount 'S'-Type 'S'-Type
Netzspannung 190-250V 50Hz 190-250V 50Hz
Synchronspannung 5V 5V
Built-in Slave Cell Ja Ja
Switchable Slave Cell Ja Ja
EM Noise Suppression Ja Ja
Travel-Pak Kompatibilität Ja Ja
Breite (inkl. Halterung) 170mm 170mm
Länge 310mm 310mm
Höhe 130mm 130mm
Gewicht 2.1kg 2.6kg
Produktbezeichnung BW3660 BW3670
Quellen:
http://www.bowens.de/content/pages/gemini200.html
http://www.bowens.de/content/pages/gemini400.html

Fazit:

  • Einfache, intuitive Einstellung
  • Regelung über 5 Blendenstufen
  • Leicht und Kompakt
  • Kompatibel mit Travelpak Battery
  • Auto Power-Save Modus
  • Robuste Metallkonstruktion
  • Kontrolle der Einstellampe
  • eingelassene Schalter und Anschlüsse
  • Großes Angebot und zahlreiche Drittanbieter-Accessoires erhältlich
  • Schnelle Blitzzeit
  • DSLR freundliche Low-Sync-Spannung

 

12Jul/110

Den Blick schärfen – Teil 2

Vor langer Zeit als ich (Scott) anfing zu fotografieren, war ich davon überzeugt, dass die Kamera mich zu einem besseren Fotografen machen würde. Als meine Leidenschaft für Fotografie zunahm, versank ich in sämtlichen Foto-Magazinen und Fachbüchern. Ich studierte die Werke von Fotografen wie William Albert Allard, Mary Ellen Mark, und Gordon Parks um mehr Einsicht zu erhalten und Informationen zu finden über ihr Kamera Equipment. Mein Fehler war zu glauben, dass ich dasselbe Equipment benötigen würde, um gute Fotos zu machen. Aber egal welche tollen Kameras und Gerätschaften ich fand, ich kam immer wieder zurück zu derselben Kamera mit denselben Objektiven (eine alte Minolta SLR mit einer handvoll Objektiven)... Warum? Weil es das war, was für mich funktionierte.
Viele Jahre später prägte Chase Jarvis den Satz: "Die beste Kamera ist die, die du bei dir hast." Es ist also nicht wichtig welchen Foto du benutzt, sondern wie du ihn benutzt. Diese besagten Objektive spielen eine sehr wichtige Rolle, aber mehr dazu in einem anderen Beitrag.

BELICHTUNG

Benutzt du eine moderne Kamera, wird diese, wenn du durch den Sucher schaust und den Auslöser halb gedrückt hälst, eine Belichtungsmessung machen (und fokussieren). Kurz, sie schaut wieviel Licht zur Verfügung steht. Dies nennt man EV (Exposure Value/Belichtungsmessung) und ist die Basis für dein Foto, beruhend auf deinen Einstellungen. Die Kamera welche ich benutze hat drei grundlegende Messarten. Da nicht jeder dieselbe Kamera hat, musst du bei deiner genau nachschauen, bzw. das Handbuch zu Rate ziehen.

4562839936 572061d45d Den Blick schärfen   Teil 2

Deine Kamera misst nur das Licht, welches es sehen kann und wird bei verschiedenen Lichtgegebenheiten evt. nicht korrekt messen. Das EV der Kamera ist also nur eine Richtlinie die irgendwo von einem Hersteller festgelegt wurde und muss nicht die richtige Messung für dein Bild sein.

4330000384 ae40c43949 Den Blick schärfen   Teil 2

Die drei Aspekte (Einstellungen) deiner Belichtung liegen alle in deiner Hand. Änderst du einen hat das nicht nur Einfluss auf dein letztendliches Bild sondern auch auf einen oder die beiden anderen Einstellungen. Ich fototgrafiere z.B. gerne im A-Modus (Aperture Priority). Ich stelle f/ (die Blende) auf die Tiefensschärfe, welche ich erzielen will. Das ISO passe ich den Lichtgegebenheiten an (das ist abhängig von der Belichtungszeit). Passe ich meine Blende an und lasse das ISO wie es ist wird meine Kamera automatisch die Belcihtungszeit ändern. Denke immer daran, dass DU das Foto machst, nicht deine Kamera.

Es gibt zwei tolle Arbeitshilfen in deiner Kamera, welche dir helfen deine Belichtungsmessung anzuschauen und anzupassen: Das Histogramm und der EV-Abgleich. Werden beide richtig benutzt, erspart dir das eine Menge Zeit wenn du die Bilder später bearbeitest.
Benutzt du das Histogramm, mag das am Anfang ins unermessliche gehen, aber es ist etwas, dass jeder Fotograf verstehen sollte um das beste Ergebnis seiner Kamera zu erhalten. Mehr dazu ein andermal.

29Jun/113

Tipps zur Portraitfotografie – Teil 1

Portraitfotografie ist die primäre Rolle eines jeden Studiofotografen. Das Ziel ist es, die Persönlichkeit und Stimmung der Person zu zeigen. Es gibt so viele Tricks, Tipps und Ideen da draußen, also dachte ich (Scott), wir könnten anfangen ein paar davon hier zusammenzutragen.

Dieser Blog-Eintrag beinhaltet eine Idee, für die ich eure Feedback brauche. Ich hoffe, daß daraus ein lange anhaltende Serie wird, basierend auf euren Ideen und eurem Feedback. Schreibt einfach eure Vorschläge unten als Kommentar dazu und immer wenn wir genug neue Tipps für Portraits haben, machen wir daraus einen neuen Teil der Portrait-Serie.

1. Passe Deine Sicht an: Die meisten Portraits werden mit der Kamera ungefähr auf Augenhöhe des Subjektes fotografiert. Das ist auch sinnvoll, aber eine drastische Änderung des Blickwinkels kann Deinem Portrait einen echten "Wow-Faktor" verleihen. Und eine ganz andere Botschaft rüberbringen. Werde kreativ mit der Pose und der Position. Nicht nur mit den Posen des Subjektes, sondern auch mit Deiner eigenen Position, mache aus möglichst vielen Winkeln Aufnahmen, um unterschiedliche Wirkungen zu erzielen.

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2. Augenkontakt: Die Blickrichtung des Subjektes hat eine große Auswirkung auf das Bild. In den meisten Portraits schaut die Person genau in die Kamera. Dies kann eine echte Verbindung zwischen der Person und dem Betrachter ergeben. Aber man kann noch andere Sachen versuchen:

Aus dem Bildrahmen herausschauen: Das Subjekt soll hierbei seinen Fokus und seine Aufmerksamkeit auf etwas lenken, was für den Betrachter unsichtbar und außerhalb des Bildes liegt. Das kann ein Gefühl der Offenheit hervorbringen, und auch ein wenig mysteriös und interessant wirken, da sich der Betrachter des Bildes dann sicher fragt, was das Subjekt in dem Moment wohl gerade angesehen hat. Besonders gut kann man diesen mysteriösen Effekt hervorrufen, wenn die Person irgendeine Emotion zeigt (z.B. "Worüber lacht Sie?" oder "Warum ist Sie überrascht?"). Aber vergesst nicht, daß wenn das Subjekt aus dem Bildrand herausschaut, dies auch den Blick des Betrachters an den Rand ziehen kann, und somit weg vom eigentlichen Mittelpunkt.

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Blickrichtung innerhalb des Bildrahmens: Als Alternative kann die Person den Blick auf jemanden (oder etwas) innerhalb des Bildes gerichtet haben, z.B. eine Mutter auf ihr Baby, ein Mann auf seine Uhr, ein Kind auf ein Spielzeug etc... Auf diese Weise entwickelt sich ein zweiter Bezugspunkt zwischen dem betrachteten Objekt und der Zielperson. Es hilft auch dabei, eine "Story" in dem Bild zu erzeugen.

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3. Breche die Regeln: Mit das Erste was man liest, wenn man mit der Fotografie anfängt ist die "Drittel-Regel". Das ist keine Regel die immer befolgt werden muss, sondern eher eine Faustregel die man auch mal brechen sollte. Platziere Dein Subjekt an den Rändern oder in der Mitte, oder in einer Ecke.

4. Beleuchtung: Es gibt viele Arten wie du das Licht in Deinen Portraits nutzen kannst. Zögere auch hier nicht, etwas zu experimentieren. Benutze mehr Licht, weniger Licht, andere Lichtformer, Licht aus dem Hintergrund, oder was immer du willst, es ist schließlich Dein Foto.

5. Nimm die Leute aus ihrer "Komfort-Zone" - bringe sie dazu etwas spaßiges und ausgeflipptes zu tun, wie z.b. einen Luftsprung. Diese Aufnahmen werden fantastisch gut, ungewöhnlich und einzigartig. Das klappt nicht bei jedem, aber kann sehr lustig sein. Und Du musst auf das Timing achten.

6. Bildbearbeitung ("Shopped"): Wenn du in der Nachbearbeitung und Bildmanipulation gut bist, nutze das zu Deinem Vorteil. Setze Deine Phantasie ein, oder versuche ein paar neue Photoshop-Techniken. Selbst die einfachsten Anpassungen wie Belichtungskorrektur und Schnitt können das Bild komplett verändern.

iPad final Tipps zur Portraitfotografie   Teil 1

Kopfball final Tipps zur Portraitfotografie   Teil 1

7. Struktur/Textur: Falls Struktur eine wichtige Eigenschaft Deines Subjektes ist, kannst Du dies betonen und deutlicher machen, beispielsweise die Gesichtsfalten einer älteren Person oder das lange rote Haar.

8. Belichtung: Wenn die hellen Lichter so verstärkt werden, daß sie ausgewaschen wirken, kann dadurch ein schönes weiches Portrait mit einer leichten, luftigen Stimmung entstehen. Eine weiterer Vorteil von solchen High-Key Fotos ist, daß all die kleinen Details und eventuelle Fehler ausgewaschen werden, so daß das Bild viel glatter erscheint. Oder ein Low-Key Bild, in dem die dunklen Bereiche dominant sind, zieht Deinen Blick auf natürliche Weise auf die helleren Bereiche. Diese haben dann auch ein grobkörnigeres und härteres Aussehen als die High-Key Bilder.

9. Requisiten: Füge eine beliebige Requisite zu Deinen Aufnahmen hinzu und du erschaffst einen weiteren Bezugspunkt, welcher Deine Aufnahme verbessern kann. Aber sie sollte auch dem Stil des Fotos welches du machst entsprechen, gebe z.B. einem Sänger ein Mikrofon.

10. Kultur: Fange die lokale Kultur ein, denn was für Dich alltäglich ist, ist für uns exotisch. Kultur ist überall, auch in Deiner Stadt. Stell Dir einfach vor, Du wärst zu Besuch in einem anderen Land, welche Dinge würden Dir dann interessanter erscheinen?

25Jun/110

7. lightGIANTS Freitags Workshop “Beauty-Dish gg. Soft-Box″ [Rückblick]

Während des "Studio 101" Workshops kam häufig das Thema der verschiedenen Lichtformer auf. Daher haben wir uns entschieden, einen Workshop auf der Idee “Beauty-Dish gegen Soft-Box″. Das Konzept war einfach: Wir haben eine große Softbox im 45° Winkel zum Model aufgestellt und haben einige Fotos gemacht. Nach dem jeder seine Bilder gemacht hatte, haben wir die Softbox gegen einen weissen Beauty-Dish getauscht, danach gegen einen silbernen und zum Abschluss gegen einen silbernen Beauty-Dish mit  Wabengitter.

lightGIANTSSmall 3 105 200x300 7. lightGIANTS Freitags Workshop “Beauty Dish gg. Soft Box″ [Rückblick]lightGIANTSSmall 102 300x200 7. lightGIANTS Freitags Workshop “Beauty Dish gg. Soft Box″ [Rückblick]

Caroline, eine Schneiderin aus der Gegend, hat als Model ihre tollen Kleider, die sie in Handarbeit der Tudorperiode nachempfunden hat. Ein besonderer Dank noch mal für die fantasische Arbeit und die tollen Kleider.

Silke


Laura

Thorsten

Nachdem alle die verschiedenen Lichtformer ausprobiert haben und wir die Unterschiede besprochen hatten, war es Zeit, ordentlich mit dem Shooting loszulegen. Wir haben wieder das "Pseudo-Ring-Licht" aufgebaut und innerhalb etwa einer Stunde ein paar fantastische Fotos produziert.

Matthias


Scott Lewis
Markus Wochele

Da wir die Lichter nicht viel bewegt haben, gibt es auf der Diagrammseite nicht allzuviel zu zeigen. Wir wollten ja auch nur den Einfluss unterschiedlicher Lichtformer ausprobieren und vergleichen.

Und zu guter letzt natürlich wie immer ein Behind the Scenes Video und das obligatorische Gruppenbild.

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3Jun/112

Den Blick schärfen – Teil 1

Jedes mal wenn ich (Scott) mit der Kamera unterwegs bin freue ich mich wie ein kleines Kind. Ich hoffe ich entdecke etwas oder werde inspiriert für neue Fotos. Ich will nicht irgendetwas altes noch mal machen sondern etwas entstehen lassen welches meine "Kamerakunst" und "was ich sehe" zusammenfügt. Das hört sich sehr einfach an, aber zur rechten Zeit am richtigen Ort zu sein und das richtige Licht zu haben passiert äußerst selten. Doch das Gefühl zu wissen "Ich habe DAS Bild gemacht" ist oft sehr zufriedenstellend. Und so viel ich weiß, bin ich nicht allein mit diesem Gefühl.

Vor ungefähr zehn Jahren war ich am Bodensee. Es war kurz vor Sonnenuntergang und auf dem See war viel los, da die Boote vor der Dunkelheit zurückkehrten. In dem Moment konzentrierte ich mich einmal nicht auf das Fotografieren sondern genoß die Szenerie, welche sich mir bot. Auf einmal hörte ich zehn Meter von mir weg jemanden rufen: "JA! JA! JA!" Ich konnte nicht widerstehen und fragte den älteren Herrn was passiert sei. Er antwortete prompt: "Ich habe gerade das beste Foto meines Lebens gemacht!" Ich verstand sofort wie es ihm ging und worüber er sich so sehr freute.
Oft denke ich über all dies nach wenn ich fotografieren gehe: "Wie werde ich wissen, ob ich das beste Foto meines Lebens gemacht habe?" "Habe ich es schon gemacht?" "Was macht mein bestes Foto aus?" etc., etc., etc.

Seit diesem Erlebnis am Bodensee habe ich schon viele Bilder gemacht auf die ich sehr stolz bin. Aber es hat mich zum Nachdenken gebracht, was für uns ein tolles Foto ist. Was ich mag, mag ein anderer nicht. Es gibt definitiv Bilder von Fotografen wie "Henri Cartier-Bresson", "Dianne Arbus", "Helmut Newton" oder "Vivian Maier" um einige zu nennen, die ein gewisses "Etwas" haben. Sie hatten nicht den Zugang zu der Technologie die wir heute anwenden, aber sie haben Fotos gemacht, die einfach atemberaubend sind. Es scheint sie hatten eine gute Beziehung zu ihrer Umgebung, verstanden das Licht, ahnten den rechten Zeitpunkt und sahen die Welt mit anderen Augen. Mit einem einzigen Bild war es ihnen möglich zu sagen: "So sehe ich die Welt".

Fotografie ist die Kunst Licht einzufangen. Egal ob im Studio, draußen auf der Straße oder mit einem Stativ: Man muss Licht verstehen. Für manche ist das ganz natürlich, für andere irgendwie nachvollziehbar. Sogar bevor ich die Kamera vor mein Auge halte, versuche ich das Foto zu sehen, damit ich mir das Lichts bewusst mache. Durch die Qualität des Lichts und das Potential welches es hat, die Welt um mich herum zu verwandeln, versuche ich mich an das Subjekt heranzuführen.
Dieser Ansatz des Sehens basiert auf drei einfachen Fragen:

Woher kommt das Licht?

Das Bewusstsein woher das Licht kommt (beides: die Quelle und Richtung) sagt Dir welche Einstellungen Du auf Deiner Kamera benutzen kannst, um die beste Belichtung zu erhalten. Es hilft Dir auch dabei, wie und wo Du Dein Subjekt und Deine Kamera im Bezug zu diesem Licht am besten positionieren kannst. Sobald Du siehst woher das Licht kommt, tranierst Du Dein Auge um die verschiedenen Arten von Licht zu analysieren und wie das Licht sich verwandelt wenn es auf verschiedene Objekte trifft (z.B. wenn es auf einer großen weißen Wand reflektiert wird).

Welche Qualität hat das Licht?

Sobald Du weißt woher das Licht kommt, kannst Du anfangen seine physikalischen Qualitäten zu analysieren. Kommt das Licht von einer starken Mittagssonne, dann siehst Du die barschen, tiefen Schatten welche es auf der anderen Seite des Subjekts und anderen Elementen in dem Bild entstehen lässt.
An einem bedeckten Tag ist dieselbe Sonne durch die Wolken gefiltert und lässt ein gestreutes Licht entstehen, welches die Schatten weich macht und den Kontrast von Hell und Dunkel reduziert.
Ist die Lichtquelle eine Kerze, ist das Licht nicht nur weich, sondern hat eine warme Farbe - ganz anders als das Licht, welches durch einen eingebauten Blitz in der Kamera entsteht, welches eher grell ist.

Mit wieviel Licht muss ich arbeiten?

Diese Frage ist entscheidend, denn sie bestimmt Deine Fähigkeit um ein gut belichtetes und scharfes Foto zu machen. An einem hellen Tag hast Du eine Fülle an Licht mit welchem Du arbeiten kannst, was bedeutet, daß Du auch viele Möglichkeiten hast die Belichtungszeit, den Blendenwert und den ISO-Wert zu kombinieren und zu nutzen.
Bei schwachem Licht (zum Beispiel bei Abenddämmerung) sind diese Möglichkeiten begrenzt und Du mußt Kompromisse eingehen - z.B. eine langsamere Belichtungszeit und dafür an Schärfe verlieren oder eine größere Blende und dafür weniger Schärfentiefe erhalten.