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17Mai/114

Lange lebe die Speicherkarte…

Es gibt ein paar Wege, mit denen man das Leben seiner Speicherkarten verlängern kann und einen möglichen Datenverlust oder korrupte Daten verhindern kann. Die folgenden Tipps sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber können vielleicht helfen, eine Katastrophe zu verhindern.

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1. Die Speicherkarte innerhalb der Kamera zu formatieren - und nicht am Computer - ist ein sinnvoller Tipp. Dies stellt sicher, daß durch das Betriebssystem keine ungewollten oder nicht benötigten Dateien auf die Speicherkarte gelangen. Regelmäßig führe ich dennoch ca. 2 Mal im Jahr eine Low-Level-Formatierung der Karte am Computer durch. Das hilft defekte Sektoren (Bereiche auf der Karte) zu finden und zu markieren.

2. Karten sicher auswerfen. Wenn man Windows benutzt, gibt es die "Hardware sicher entfernen" Funktion, am Mac heisst die Funktion "Auswerfen" (Eject), Cmd-E. Wenn das Betriebssystem auf die Karte zugreift, während man diese (unsicher) entfernt, kann man das Dateisystem "beschädigen". Es hilft außerdem nach dem Auswerfen ein paar Sekunden zu warten, nur um sicher zu sein.

3. Sicherung der Kartendaten vor dem Formatieren oder Löschen von Daten. Auf Reisen sollte man mindestens 2 Sicherungen haben, nur falls etwas mit dem ersten Sicherungssatz passiert. Bei einer Hochzeit zum Beispiel sichere ich persönlich meine Karten zweimal, einmal auf ein Notebook und dann noch mal auf eine externe Festplatte. Ich formatiere auch meine Karten nicht, bis ich sicher zuhause angekommen bin. Somit habe ich drei Kopien aller Daten, es mag zwar etwas teurer sein, aber ich möchte keine Risiken eingehen.

4. Karten mit Nummern oder Namen versehen, um Verwechslungen beim hantieren mit mehreren Karten auszuschliessen. Man kann seine Karten so auch einfacher wiederfinden, wenn man bei einem Studioshooting / Workshop / Photowalk usw. ist, wo mit mehreren Karten von mehreren Fotografen hantiert wird. Da meine Karten alle von einem Hersteller sind, kann ich auch feststellen, welche Karte am meisten genutzt wird oder am ältesten ist.

5. Markenkarten kaufen. Es gibt eigentlich nur ein paar Hersteller, die die Komponenten für Speicherkarten herstellen. Diese stellen ihre Teile aber mit unterschiedlichen Qualitätsstandards her, abhängig davon, für wen hergestellt wird bzw. wieviel der Kunde bezahlt. Daher ist die Qualitätskontrolle bei Teilen für die günstigen Karten meist nicht so genau, wie bei denen für die großen Hersteller.

6. Achtung bei gefälschten Karten. Wenn der Preis zu gut erscheint, um wahr zu sein, dann ist es meist auch so. In den letzten paar Jahren sind wohl so einige Fotografen auf billige Onlinekäufe hereingefallen. Hierbei gab es alles von gefälschten Markenkarten bis hin zu Karten, die kleiner waren als angegeben. Einige der "besseren" gefälschten Karten werden nur geringfügig billiger als die Originale verkauft, um weniger Misstrauen zu erregen. In vielen Fällen kann die Verpackung zwar perfekt aussehen, aber eine schlechte Qualität des Aufdruckes der Karte oder die von Packungsbeilagen lassen meist auf gefälschte Produkte schließen.

7. Herstellerempfehlungen beachten. Ich habe einen Haufen Kameras gesehen, die mit der Empfehlung kamen, nur Karten bestimmter Hersteller zu benutzen. Ich persönlich denke das es sich hierbei nur um eine Absprache zwischen den beiden Firmen handelt (die vielleicht ihre Tochter-/Muttergesellschaft sind, oder zum gleichen Konzern gehören). So lange es eine Karte eines bewährten Herstellers ist, sollte alles in Ordnung sein.

8. Karten ordentlich transportieren. Die Karten einfach lose in der Kameratasche umherzutragen ist nicht unbedingt die optimale Weise, eine Karte zu lagern oder zu transportieren. Es gibt kleine Taschen oder Hartschalenhüllen für Speicherkarten.

9. Dateien vor dem Bearbeiten auf den Computer kopieren. Man sollte keine Dateien auf der Speicherkarte verändern, während sie noch im Kartenleser steckt. Die Speicherkarte ist dafür gedacht, Daten von der Kamera zum Computer zu übertragen und nicht als Festplatte benutzt zu werden.

10. Keine Bilder in der Kamera löschen. Speicherkarten sind billig, also kann man einfach so viele kaufen, wie man benötigt. Ein Bild kann auf dem kleinen Display hinten auf der Kamera nicht wirklich bewertet werden. Es könnte sein, dass man, ohne es als solches zu bemerken, ein fantastisches Foto wegwirft, oder auch später seine Meinung über ein Bild ändert.

11. Löschen rückgängig machen. Wenn man ein Bild versehentlich gelöscht hat, kann man mit einem Datenwiederherstellungsprogramm die Daten auf der Karte wiederherstellen. Man sollte aber nach dem Löschen die Karte nicht mehr benutzen. Einige der großen Hersteller liefern ihre Karten mit Wiederherstellungssoftware aus. Wenn man ein Bild löscht, ist es nicht wirklich weg, sondern es wird einfach als überschreibbar markiert. Wenn man also nach dem Löschen weiterfotografiert, verbaut man sich unter Umständen die Möglichkeit der Wiederherstellung.

12. Die Karte kann die Batterielaufzeit beeinflussen. Einige alte "Karten", wie zum Beispiel das IBM Microdrive sind eigentlich sehr kleine Festplatten, die viel mehr Strom benötigen als gleich große Speicherkarten. Die neueren Karten mit höheren Übertragungsgeschwindigkeiten können vergleichsweise auch mehr Strom benötigen, als ältere, langsamere Karten.

13. Formatieren von gemeinsam genutzten Karten. Falls man Speicherkarten mit Freunden gemeinsam benutzt (sie in deren Kameras oder Computer steckt), sollte man immer eine "frische" Karte benutzen, bzw. die Karte neu formatieren, bevor man diese wieder benutzt. Die eigene Kamera kann Probleme damit haben, wenn eine andere Kamera oder Computer unbekannte Dateien auf die Karte schreibt. Falls man die gleiche Kameramarke verwendet, wie derjenige dem man die Karte ausgeliehen hat, kann es auch passieren, daß die Dateinummerierung durcheinander kommt.

14. Neuer ist nicht immer besser. Nur weil jemand gerade eine 128 GB Karte auf den Markt geworfen hat, heißt das nicht, dass man sofort in den nächsten Laden laufen soll, um sich eine zu kaufen. Die Grenzen der verwendeten Technologie werden jeden Tag auf's neue verschoben, um den Markt testen zu lassen, ob die neusten Veränderungen auch verlässlich funktionieren. Außerdem sollten zwei 64GB Karten billiger als eine 128GB Karte sein.

15. Kamera ausschalten, bevor man eine Speicherkarte einlegt oder entfernt. In Bedienungsanleitungen der Kameras steht, man soll die Karte nur wechseln, wenn die Kamera ausgeschaltet ist, um "Überspannungen" oder "Schreibfehler" zu verhindern. Ich muss zugeben, dass ich schon mehr als einmal die Karte einfach so gewechselt habe, und dies ohne Probleme zu bekommen, aber da alle meine Kameras jetzt 2 Kartenfächer haben, kann ich das unnötige Risiko vermeiden.

16. Die Karte nicht vollständig füllen. Ich habe einen Freund, der kürzlich ein Problem mit einer Speicherkarte hatte. Als er mit der Karte in den Laden ging, in dem er die Karte gekauft hatte, wurde er gefragt, ob er die Karte -komplett- mit  Bildern vollgeschrieben habe. Als er dies bejahte, hat man ihm gesagt, dass dies bei manchen Kartentypen Probleme machen kann. Ich hatte davon noch nichts gehört und ich bin ein wenig skeptisch, aber es ist es vielleicht wert, diesen Hinweis im Hinterkopf zu behalten. Ich glaube es ist ratsamer, regelmäßig Bilder von der Karte zu laden als es erst zu tun, wenn diese voll ist. Es entspricht wohl dem gesunden Menschenverstand, da man so verhindern kann, Gigabytes an Fotos zu verlieren, falls man eine Karte verliert oder die Karte einen Schreibfehler hat, wenn sie zu 3/4 gefüllt ist.

17. Kamera aktualisieren. Die Hersteller geben von Zeit zu Zeit ein Firmware Update für ihre Kameras frei. Diese Updates beheben bekannte Fehler oder Probleme der Kamera. Manche davon können die Interaktion zwischen Kamera und Speicherkarte betreffen.

18. Karten regelmäßig erneuern. Obwohl sich die Lebensdauer von Speicherkarten in den letzten Jahren erheblich erhöht hat, haben sie immer noch eine begrenzte Lebensdauer und müssen von Zeit zu Zeit erneuert werden. Da die Speicherkarten jedoch immer billiger werden, wird dieser Punkt immer und immer billiger.

19. Die Kamera nach dem Auslösen nicht zu schnell ausschalten. Dieser Tipp gilt vor allem für diejenigen von uns, die gerne im 'Burst' oder Reihenaufnahmenmodus fotografieren. Wenn man viele Bilder nacheinander aufnimmt, benötigt die Kamera einige Zeit, diese Bilder vom internen Speicher auf die Speicherkarte zu schreiben. Dieser interne Speicher dient der Kamera als Pufferspeicher; wenn man die Kamera ausschaltet, während die Bilder vom Pufferspeicher auf die Karte geschrieben werden, kann man dabei Bilder verlieren oder sogar einen Systemfehler hervorrufen. (Hinweis: Modernere Kameras haben dieses Problem nicht mehr, da diese sich erst ausschalten, wenn der Pufferspeicher geleert wurde.)

20. Gesunder Menschenverstand. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber man sollte Speicherkarten sauber und trocken halten, sie nicht extremen Temperaturen aussetzen, fallen lassen, biegen oder starken elektrischen oder magnetischen Feldern aussetzen. Karten, die man nicht benutzt, in einem Plastiketui aufbewahren (gehört meist zum Lieferumfang der Karte), kann die Karten bereits relativ gut schützen.

21. Die richtigen Karten für die Anforderung. Auf Kamelsafari zu gehen oder Pinguine in der Antarktis zu fotografieren mag spannend klingen, aber nicht alle Karten sind für diese extremen Umgebungen und Temperaturen ausgelegt. Man sollte vorher die Spezifikationen der Karte auf minimale und maximale Betriebstemperatur hin überprüfen.

22. Lebenserwartung. Speicherkarten gehören wohl zu den wundervollsten modernen Erfindungen, da sie ohne beweglich Teile eine riesige Informationsmenge speichern können. Daher kann man sie fallen lassen, sich auf sie setzen, sogar nach einem Vollwaschgang in der Waschmaschine werden die meisten noch funktionieren (Bitte nicht ausprobieren, nur um zu sehen, ob es funktioniert icon wink Lange lebe die Speicherkarte... ). Nichtsdestotrotz sind Speicherkarten nicht unzerstörbar und sie haben eine begrenzte Lebenserwartung. Die einzelnen Bereiche auf der Speicherkarte können nur begrenzt oft überschrieben werden, was letztendlich dazu führt, dass die Karten irgendwann nicht mehr funktionieren. Da man nicht einfach überprüfen kann, wie oft wieviele Bereiche schon beschrieben wurden, ist es praktischer, davon auszugehen, dass die Speicherkarten alle 8-10 Jahre erneuert werden müssen. Realistisch gesehen wird aber wohl nach 8 Jahren die Kapazität der Karte kleiner sein, als die Größe eines Bildes aus der Kamera icon smile Lange lebe die Speicherkarte... . Vor ein paar Jahren habe ich mit 2 GB Karten gearbeitet, heute sind es 16 oder 32 GB Karten. Also ist es sinnvoller, die Karte zu ersetzen, bevor sie praktisch unbenutzbar ist.