Lichtsetzung – Die ersten Schritte Teil 1
In den letzten Wochen hatten wir eine Menge mit Studiogästen und Interessierten zu tun, die etwas mehr über Beleuchtung wissen wollten. Wenn man die Kontrolle über die Beleuchtung übernimmt, hat man wesentlich mehr Einfluss auf das finale Bild, es ist jedoch nicht ganz einfach zu verstehen. Es gibt nicht einen einzigen Weg, das Licht richtig zu setzen, sondern es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen. Alle Möglichkeiten biete eine andere/ eigene Art von Belichtungseffekt. Das Set-up, das gewählt werden sollte, ist abhängig vom Objekt (Modell, Gegenstände), welches in Szene gesetzt werden soll, sowie dem Ergebnis, welches man erzielen will. Je mehr sich das Wissen, die Erfahrung und das Equipment verbessert, desto komplexere Beleuchtungs-Set-ups können angewendet werden.
Die Folgenden Set-ups zeigen die grundlegenden Vorgehensweisen auf; sollten aber nicht als perfekte Set-ups betrachtet werden, sondern eher als Set-up, welche leicht nachgestellt und anschließend erweitert und angepasste sowie optimiert werden können. Dies kann man entweder hier im Studio vornehmen oder mit den eigenen Blitzen ausprobieren. Wir gehen hier bewusst nicht auf die Verwendung von Lichtformern (wie Soft-Boxen, Regenschirme, etc.) ein, da es viel zu viel für dieses Thema wäre. Dies werden wir jedoch in Zukunft genauer betrachtet und beschreiben. Es sollte ebenfalls beachtet werden, dass auch die Höhe der Lichter beim Einrichten eines Set-ups eine sehr wichtige Rolle spielt.
Set-up mit einem Licht
Ein Set-up mit nur einem Licht ist ideal für einfache Fotoshootings und Fotografen, die bisher noch nicht über viel Belichtungsequipment verfügen. Die Kamera wird direkt vor dem Objekt aufgestellt, mit einem einzigen Licht dicht an der Seite vom Fotografen. Das Licht wird direkt auf das Motiv ausgerichtet. Da ein einzelnes Licht dazu neigt, viele Schatten zu erzeugen, sollte ein weißer Reflektor auf der gegenüberliegenden Seite – außerhalb des Bildes – platziert werden. Wenn kein Reflektor vorhanden ist, können auch andere Gegenstände (bspw. Papier, Pinnwand, Styropor oder auch einfach eine Wand) mit weißer Oberfläche verwendet werden. Es ist ein sehr einfacher und günstiger Weg für den Einstieg und kann bei richtiger Anwendung zu gefühlsbetonten Ergebnissen führen.
Set-up mit zwei Lichtern
Die einfachste Studiobeleuchtung wird mit zwei Standard-Blitzen eingerichtet. Das erste der beiden Lichter (Schlüssel-Licht/Key-Light genannt) wird vor dem Objekt (zwischen dem Motiv und der Kamera) leicht seitlich versetzt eingerichtet. Das Licht sollte direkt mit „Blick“ auf das Objekt ausgerichtet werden. Da ein derartiges Licht eher hart ist, sollte es mit einer Softbox oder einem Schirm abgeschwächt werden. Das zweite Licht wird hinter und ein wenig oberhalb des Objektes (außerhalb des Bildes) platziert. Dieses Licht wird Haar- (Hair-) oder Rand-Licht (Rimlight) genannt, da es einen weichen Lichtkranz um das Objekt erstellt. Hinweis: Das Haar-Licht benötigt mehr Leistung als das Schlüssel-Licht (Key-Light), damit der gewünschte Lichtkranz-Effekt (Rimlight) entstehen kann.
Bei einem weiteren einfachen Set-up mit zwei Lichtern, werden beide Lichter vor dem Objekt (links und rechts) in gleicher Position platziert. Aus dem Mittelpunkt beider Lichter wird anschließend das Objekt fotografiert. Eines der Lichter wird mit höherer Leistung als das andere verwendet. Das Licht mit mehr Leistung ist das Schlüssel-Licht (Keylight), das mit der schwächeren Leistung ist das Füll-Licht (Fill-Light). Werden beide Lichter mit gleicher Leistung betrieben, ergibt dies ein sehr flaues, glanzloses Licht.
Beim dritten einfachen Set-up, werden beide Lichter auf einer Seite platziert, dies liefert ein eher dramatisches Licht. Es werden beide Lichter entweder links oder rechts platziert neben dem Fotografen platziert, das Licht, welches vom Fotografen am weitesten entfernt ist, ist das Schlüssel-Licht (Keylight), das andere ist das Füll-Licht (Fill-Light). Mit diesem Set-up werden sehr einfach coole Effekte ermöglicht.
Set-up mit drei Lichtern
Ein einfaches Set-up mit drei Lichtern ist eine Kombination aus dem „Set-up mit zwei Lichtern“. Es wird jeweils ein Licht links und rechts neben der Kamera platziert. Eines der beiden Lichter wird als Schlüssel-Licht (Keylight) eingerichtet, das andere als Füll-Licht (Fill-Light). Das dritte Licht wird als Haar-Licht (Hair-Light) platziert und eingerichtet.
Durch die Umkehrung dieses Set-ups wird ein gänzlich anderes Ergebnis erzielt. Das Schlüssel-Licht (Keylight) wird seitlich neben der Kamera platziert, die beiden weiteren Lichter werden hinter dem Objekt links und rechts als Haar-Licht (Hair-Light) eingerichtet.
Clamshell Set-up
Das Clamshell Set-up bietet das weichste Licht und eignet sich ideal für Beauty-Shots. Die Kamera sollte gerade zum Objekt platziert werden (auf Augenhöhe, wenn ein Modell oder direkt geradeaus, wenn ein Gegenstand verwendet wird). Das hellste Licht sollte oberhalb der Kamera mit leichter Neigung nach unten – so dass direkt das Objekt anvisiert wird – platziert und ausgerichtet werden. Das kleinere Licht sollte unterhalb der Kamera mit leichter Neigung nach oben – so dass direkt das Objekt anvisiert wird – platziert und ausgerichtet werden. Der Fotograf erstellt das Bild direkt zwischen beiden Lichtern, so dass „Muschelform“ um die Kamera entsteht.
Das Schlüssel-Licht (Key Light)
Das Schlüssel-Licht wird auch als Haupt-Licht bezeichnet und ist in der Regel zu einer Seite des Objektes – zwischen 30 und 60 Grad geneigt zum Mittelpunkt – und etwas oberhalb der Augenhöhe platziert und ausgerichtet. Das Schlüssel-Licht ist das hellste Licht im Belichtungsplan.
Das Füll-Licht (Fill Light)
Das Füll-Licht wird gegenüber dem Schlüssel-Licht platziert. Es füllt das Licht auf oder schwächt die Schatten auf der gegenüber liegende Seites das Objektes (beim Modell die entsprechende Gesichtshälfte) ab. Die Helligkeit des Füll-Lichtes bewegt sich in der Regel zwischen 1/3 und 1/4 des Schlüssel-Lichts.
Das Haar-Licht (Hair Light)
Das Haar-Licht wird auch als Rand-Licht bezeichnet und wird hinter dem Objekt – außerhalb des Bildes – und oftmals höher als das Schlüssel- und Füll-Licht platziert. Der Zweck des Haar-Lichtes ist, eine Trennung vom Hintergrund durch Hervorhebung des Objektes (Schultern und Haare) zu erzielen. Das Haar-Licht sollte gerade so hell sein, dass diese Trennung erzielt wird, jedoch nicht heller als das Schlüssel-Licht.
Der Kicker
Der Kicker wird aus als Druckknopf bezeichnet. Der Kicker ist normalerweise ein kleines Licht, oft mit einem Tubus oder Scheunentor genutzt, um seine Reichweite zu begrenzen. Es wird hauptsächlich verwendet, um einen Hauch von „Pop“ hinzufügen, um feine Details oder feinen Schatten zu erzeugen. Die Platzierung und Helligkeit eines Kickers ist eine Frage des Geschmacks und der Technik. Manchmal wird das Haar-Licht nur an die Seite des Füll-Lichts gesetzt. Dies fügt Kantendetails zur Schattenseite des Gesichts des Modells hinzu. Dies hat zudem den Effekt eines Kickers, wobei hier nur die Lichter einer Basis Drei-Punkt-Beleuchtung verwendet werden.
Hintergrund-Licht
Das Hintergrund-Licht ist nicht so der Bestandteil eines Portrait-Beleuchtungsplans, es wird eher eingesetzt, um den Hintergrund des Motivs zu beleuchten. Hintergrund-Lichter können einzelne Details hervorheben, einen Lichtkranz durch die Beleuchtung eines Teils der Kulisse hinter dem Kopf des Modells erzeugen oder lässt den Hintergrund, durch eine entsprechende Ausleuchtung, weiß werden.











Juni 15th, 2011
I shall be studying all for my July shoot in the LightGiants studio. Thanks for the homework guys!